Dangerous or not Dangerous?Es war am 20. März, als Hannes XL und KoflAIR himself in Graz zugegen waren, um im Auftrag des Betreibers Jesse Zach die Pressekonferenz für das Rennwochenende am 31.3./1.4. abzuhalten. Nach der Pressekonferenz ging es ab auf die Bahn. Die Gokart Bahn in Laa/Zettling, und das braucht man heute wohl kaum mehr zu erklären, ist ein Genuss für jeden Gokartisten egal welcher Klasse. Ganz besonders erfreut uns, dass die neuen schnelleren "Gfriertakter" der KartLeague und der KD2000 hervorragend zu den Radien der Styria Karting Bahn in Laa/Zettling passen, wiegleich Zwataktfahrer beim heimeligen Anblick der Bahn ("man fühlt sich hier ein bissl wie im Wohnzimmer", Originalzitat Joe "Joesi" Kogler) spontan juchitzen und sich schon aufs erste vollgasige Aufkreischen des giftigen Murls unter ihrem Hintern freuen. XL und KoflAIR warfen sich in ihre
Litfasssäuligen V-max Overalls. Vier 390er Sodi Viertakter Verleihkarts wurden
vorbereitet. Man wollte sich schliesslich warmfahren.
Zeitgleich holten Joesi Kogler und Jesse Zach ihre Projektile aus den Garagen.
Auch "Jesse" Christian Zach nahm sein Gokart her.
EinführungAls dann die beiden Gerätln einsatzbereit waren und die 390er Testfahrten absolviert waren, machte man sich an die 125er. In der Kurzeinführung wurde die Startprozedur erklärt, und wie geschalten wird. Und dass die Karts eh eine Vorderbremsn haben. Go!Ohne zu zögern wagten sich XL und KoflAIR auf die Strecke und gaben von Beginn an recht respektlos Gas. Durch volle Konzentration gelangen die meisten Schaltmanöver problemlos. Nach etwa 7-8 Runden gab man w/o bzw. legte einen Boxenstop von etwa 15 Minuten ein, in welchem man eventuelles Verbesserungspotential besprach. Joesi's Kartcomputer wies eine Rundenzeit von knapp über 45 Sekunden für XL aus. ReviewDie Unterarme waren beim Schalterfahren die beanspruchteste Stelle, weil man durchs ständige Schalten größere Teile der Strecke mit nur einer Hand derlenken muss! Und wehe man konzentrierte sich nicht auf die Schalthebelrichtung. In voller Beschleunigung zurückschalten, das klingt nicht gut. Und wehe, am Kurvenausgang war nicht der richtige Gang drin. Dann versauert der Motor. Zurückschalten, und los gehts wieder. Bremsen war übrigens kein Problem. Durch mehrere Kartleague Testfahrten in den letzten Wochen, wo Viertakter mit Vorderbremsen zum Einsatz kommen, war man die gute Bremswirkung gewohnt, daher gab es von Beginn an freche Bremspunkte. Turn 2.Man tauschte Kart, denn auch KoflAIR himself wollte mal eine exakt gestoppte Rundenzeit wissen. Lustigerweise taugten beiden Fahrern die jeweils anderen Karts, also diese aus Turn 2, besser. XL ging wieder als erster auf die Strecke, bald dahinter KoflAIR. Im zweiten Turn gings schon deutlich flüssiger von der Hand. Auf der Geraden kam die Fünfte schon fest dran, aus Angst, mit über 100km/h in die nachfolgende Kurve einzubiegen, wurde jedoch das Bremspedal über Gebühr angetippt, und die Vierte, beinahe sogar die Dritte für die schnellste Kurve des Kurses verwendet. Da blieb sicher eine ganze Sekunde liegen. Verbesserungspotential! Nein, in die Sechste haben wir glaub ich nicht derschalten. Es geht ja alles so schnell. Der Zurückschaltvorgang war relativ einfach. Während der gesamten Bremsdauer klopft man einfach rhytmisch auf den Ganghebel, und je nach Bremslänge war dann jeweils ca. der richtige Gang drin. Welcher es war? Keine Ahnung. Oder glaubts wirklich, dass man da noch mitderzählt? Beim Beschleunigen ist jeder Gang etwa 0,7 Sekunden lang drin, beim Runterschalten etwa 0,3 Sekunden. Die KurventechnikGleich vorab: Kurven sind mit 125ern ziemlich eigenartig zu fahren. Man sagt: Eng rein, scharf ums Eck, und mit der Kraft voll raus. Andere meinen: Die runde Linie, nur musst sie derfahren können! KoflAIR versuchte daher die runde Linie. Im ersten Turn war der am Kurvenausgang anstehende Gang meistens zu hoch, und das Kart schoss nicht wirklich los. Im zweiten Turn jedoch, und das erschrak KoflAIR doch sehr, war der Gang meist der richige, was bedeutet, dass der 42 PS Zwatakt Motor mit geschätzen 18 Nm Drehmoment genau im Bandl war. Dabei ist das Gaspedal mehr als sensibel. Ein Grad Pedalstellung zu viel, und das passiert nun mal in einer Fliehkraftkurve, und das Kart hupft nach vorn, dadurch geht der Fuss ein bissl vom Gas, und das Kart fängt sich und den Fahrer, der dadurch nach vor kippt, wodurch er das Gas wieder antippt, und das Spiel wiederholt sich. "A poa moul houts dai Koupferl aba schein hin und her gschittlt!" haben Jesse und Joesi KoflAIR nach dessen Turn hämisch ausgelacht. KoflAIR musste zerknirscht zustimmen, gelobte aber Besserung in Turn 3. Der dann übrigens nicht mehr stattfand, wegen freiwilliger Aufgabe. Man war ein wenig müde, das war die offizielle Version. Hinter verschlossenen Türen hörte man Gerüchte von "schon ein bissl schwarz vor den Augen wordn", aber das ist sicher nur ein Gerücht. Rundenzeit?Die erzielte Rundenzeit von 44,55 und die zweitbeste von 44,79 stimmten zuversichtlich, aber wie schon gesagt. Zu viel Konzentration wurde der Kartbedienung zuteil, zu wenig Aufmerksamkeit blieb für die korrekte Kurvengeschwindigkeit übrig, und ausserdem hatte XL diesen Kurs an diesem Tag zum ersten Mal gsehn, KoflAIR zwar bereits zum zweiten Mal befahren, insgesamt aber erst etwa 15 Runden lang. Und das ist doch ein bissl wenig. Ausred'?Einige hätten jetzt vielleicht die typische V-max Ausrede erwartet "Das Kart war schuld!" aber leider ist diese Ausrede im konkreten Fall nicht zulässig. ReferenzzeitXL und KoflAIR pochten nämlich auf einen Vergleichswert. Schwupps, warfen sich Joesi und Jesse umgehend ins Kart und zeigten mal ganz genau, wie's geht. Harmonisch die Schaltmanöver, optimal die Linie, immer der richtige Gang drin, auf der Geraden die Sechste, das ergab in Summe die von KoflAIR himself überprüfte Rundenzeit von 42,20. "Es is zu koult und faicht hait, dou geiht nit meea!" analysierte Joesi. Beruhigend. 40,29 ist übrigens Joesis Bestzeit bei guten Verhältnissen. FazitNa gut, 2,35 Sekunden Rückstand. Angesichts der geschilderten Probleme durch mangelnde Kurskenntnis und der ungewohnten Bedienung des Karts wird von den V-mäxen deutliches Licht am Horizont gesichtet. Mit einem breiten Grinser verabschiedete man sich und rief sich auf der Heimfahrt nach Wien wiederholt die Zweikämpfe im Sodi wiegleich die oarge Beschleunigung der 125er in Erinnerung, um sogleich wieder breit zu grinsen.... Besonders freute man sich tags darauf über die anerkennenden Beiträge von Jesse und Joesi auf den meistgelesenen Kartseiten Österreichs. Und noch besonderer freute man sich über die Ankündigung der Wiederholung dieses Events! E.M.KoflAIR Tip: Zweitakt Staatsmeisterschaft Rennwochenende Laa/Zettling 1.
April 2001. Link: Styria
Karting Tip: Viertakter Teams sollten dort hinfahren, um ihre Karts abzustimmen! |