Das Gebet des Internet

Momentan wird Kirchenintern gerade diskutiert, wer der Schutzheilige des Internet werden soll. Heiss im Rennen ist St. Isidor.

Bevor wir Fakten zu Isidor lesen, möchte ich noch auf das offizielle Gebet für das Internet kommen. Das Gebet gibt es bereits seit ein paar Jahren. Hier die lateinische Version und die deutsche Übersetzung.

Orátio ante colligatiónem in rete contextum Omnípotens aetérne

Deus, qui nos secúndum imáginem Tuam
nos plasmávit et omnia bona, vera, pulchra,
praesértim in divína persóna
Unigéniti Fílii Tui Dómini nostri Iesu Chrísti,
quaérere iussísti,
praesta quaésumus ut,
per intercessiónem Sancti Isidóri, Epíscopi et Doctóris,
in peregrinatiónibus per rete contéxtum,
et manus oculósque ad quae
Tibi sunt plácita intendámus
et omnes quos convénimus cum caritáte ac patiéntia accipiámus.
Per Christum Dóminum nostrum.
Amen.

Allmächtiger und ewiger Gott
der Du uns geschaffen hast nach deinem Bilde
und uns geboten hast zu suchen nach allem, was da gut, wahr und schön ist
besonders in der göttlichen Person
deines eingeborenen Sohnes, unseres Herren Jesus Christus
Erhöre unser Flehen
durch die Fürsprache von Sankt Isidor, Bischof und Doktor
dass während unserer Reisen durch das Internet
wir unsere Hände und Augen
nur auf Dinge richten mögen, die Dich erfreuen
und all jene Seelen, die uns begegnen
behandeln mit Geduld und Barmherzigkeit
durch Christus unseren Herren.
Amen."
 

Ein nicht ganz ernstgemeintes Gschichtl zur Herkunft und dem Schaffen des St. Isidor wurde in der ORF Futurezone von einem Leser veröffentlicht.

Der Heilige Isidorus [griech.: Isodoros] lebte in Griechenland und wurde um 1010 bekannt, als er den griechischen Inseln Emmesdos und Mekkindos zu deren wirtschaftlicher Hochblüte verhalf. Die Entwicklung der nach ihm benannten ISO-Normen führte dazu, daß es zwischen diesen davor isolierten Inseln zu einem regen Warenaustausch kam. Um schneller Nachrichten übermitteln zu können setzte er Spatzen ein und entwickelte das Tschiep-Eeep Protokol, das unter dem Kürzel TCP/IP noch heute bekannt ist. Die volkstümliche Redewendung "Die Spatzen pfeifen's vom Dach" ist ebenfalls auf ihn zurückzuführen. Nach Eroberung der Inseln Mekkindos und Emmesdos durch die Wikinger unter Linux dem Fettleibigen (auch Pinguin genannt) flüchtete er nach Spanien, wo er beim flämischen Fürsten van der Router Unterschlupf fand. Sein Leben endete tragisch als er sich im verzweigten Palast des Fürsten verlief, in ein Faß Portwein fiel und elendiglich ersoff. Das Faß mit der Aufschrift "Port 80" wurde aus dem von den aufgebrachten Bürgern von Sevilla zerstörten Palast geborgen und dient seitdem als sein Heiligtum.

Die Wahrheit zur Herkunft und dem Schaffen des hl. Isidor ist jedoch folgende:

Who is St. Isidor, Freund der Heiden
Isidor von Sevilla [570-636], wurde weniger wegen seiner theologischen Schriften, sondern vielmehr wegen seiner Verdienste um die Überlieferung und Pflege der "heidnischen" Literatur der Antike berühmt. Viel bekannter als seine theologischen sind seine profanen Schriften, als da überliefert sind: seine "Etymologiae", ein Handbuch des zeitgenössischen Wissens. Isidors "Chronica" behandeln die Geschichte der Westgoten, Vandalen und Sueven.

Sehr interessant ist auch, dass für den Schutzheiligen des Internet noch ein zweiter Kandidat im Rennen ist.

Kandidat 2: Karl Borromäus, Erzbischof von Mailand
Auch der Heilige Borromäus wurde dafür bereits ins Spiel gebracht. Seine Verdienste um die Bekämpfung der Pest prädestinierten Karl Borromäus nicht nur zum Schutzheiligen gegen Viren, mit dem harten Kern der Internet-Community verbinde ihn zusätzlich, dass er sich "buchstäblich zu Tode gearbeitet" habe.

"Der Heilige Karl Borromäus wäre als Schutzheiliger genauso qualifiziert wie Sankt Isidor", meinte Österreichs Medienkaplan August Paterno bereits vor zwei Jahren im Gespräch mit der FutureZone.

Als Erzbischof von Mailand sei Karl Borromäus vor allem im Bereich Knowledge Management aktiv gewesen, nämlich im Aufbau von Bibliotheken und der unermüdlichen Verbreitung von Literatur.
(Zitat FutureZone, 7.2.2001)